1. Sportstudien Schweiz
Die Internet-Seite www.sportstudien.ch bietet einen umfassenden Überblick über alle an Schweizer Universitäten und Hochschulen angebotenen Studiengänge und möglichen Abschlüsse (Bachelor, Master, CAS, DAS, MAS, Diplom, Lizentiat, NDK oder andere). Es finden sich zudem Informationen zu den Schwerpunkten der einzelnen Studiengänge. Keine Informationen finden sich zu den Promotionmöglichkeiten in der Schweiz.
2. Promotionsmöglichkeiten im Bereich Sportwissenschaft in der Schweiz
Die Sportwissenschaft ist in der Schweiz daran, sich als anerkannte Wissenschaftsdisziplin zu etablieren. Entsprechend werden mittlerweile an mehreren Universitäten Masterstudienabschlüsse angeboten. Promotionsmöglichkeiten bestehen mittlerweile am ISSW der Universität Basel, am ISPW der Universität Bern, am ISSEP der Universität Lausanne und im Bereich Bewegungswissenschaft der ETH Zürich. In Kooperation mit diesen Instituten oder mit internationalen Partnern sind auch an der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen Promotionen möglich.
Download der Promotionsordnungen:
Universität Basel
Universität Bern
Universität Lausanne
Universität Freiburg (Englische Version)
ETH Zürich
3. Personenförderung und Stipendien an Schweizerischen Universitäten
Die meisten Universitäten bemühen sich um die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Form von Beratungsleistungen, Finanzierungsleistungen (z.B. Reisefonds, Druckkostenbeiträge für Dissertationen, Stipendien, Personenförderung), Nachwuchs-Informationsveranstaltungen (z.B. Nachwuchsapéros, Pick-up, Karriereplanung).
Hilfreiche Links zu den Angeboten an den Universitäten: Universität Basel, Universität Bern, ETH Zürich
Allgemeine Informationen zum Stipendienwesen in der Schweiz: www.ausbildungsbeiträge.ch
3b. Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses in der Schweiz
In der Schweiz gibt es noch keine spezielle Förderung von weiblichen Sportwissenschaftlerinnen. An verschiedenen Universitäten existieren jedoch spezielle Förderungs- und Mentoringprogramme, die Forscherinnen aller Wissenschaftsdisziplinen offen stehen: www.mentoring.unibe.ch, www.unifr.ch/f-mentoring www.zuv.unibas.ch/chancengleichheit/mentoring/mentoring.html.
Auch der Schweizerische Nationalfonds (SNF) bemüht sich um die Gleichstellung von Frauen und Männern. Mit gezielten Massnahmen wirkt er der Untervertretung von Wissenschaftlerinnen in den Förderungsinstrumenten entgegen. Dazu gehören u.a. die persönliche Unterstützung von Nachwuchsforscherinnen durch die Marie Heim-Vögtlin Stiftung, die Vermittlung von Kontakten und Mentoring sowie spezifische Instrumente und strukturelle Massnahmen, welche die Karrieren von Frauen in der Forschung erleichtern.
Weiterführende Informationen: www.snf.ch/D/service/forscherinnen/Seiten/default.aspx.
4. Personenförderung durch den Schweizerischen Nationalfonds
Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt Nachwuchswissenschaftlerinnen im Rahmen diverser Programme. Die wichtigsten Pfeiler der SNF-Nachwuchsförderung:
Auslandsstipendium für Doktoranden:
Stipendium für angehende Forschende ermöglichen jungen Wissenschaftler/-innen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, einen Forschungsaufenthalt an einem Gastinstitut im Ausland. Das Doktorandenstipendium wird für die Dauer von 6 bis 24 Monaten zugesprochen.
Auslandsstipendium für Post-Docs und Habilitierende:
Stipendium für fortgeschrittene Forschende ermöglichen jungen Wissenschaftler/-innen, die eine akademische Laufbahn einschlagen möchten, einen Aufenthalt im Ausland, wo sie ihre Kenntnisse vertiefen und ihr wissenschaftliches Profil verbessern können. Das Stipendium wird für eine Dauer von 12 bis 36 Monaten zugesprochen.
Personenförderung für Frauen:
Die Marie-Heim-Vögtlin-Beiträge erlauben die Durchführung einer Forschungsarbeit und fördern die damit verbundene Integration der Beitragsempfängerin an einem Schweizer Hochschulinstitut. Das MHV-Programm unterstützt vorzugsweise dort, wo keine anderen Mittel eine solche Integration erlauben bzw. wo die Forscherinnen sich nicht für andere Förderungsprogramme qualifizieren. Der Beschäftigungsgrad beträgt mindestens 50%. Um eine nachhaltige Integration zu erreichen, wird vom Gastinstitut neben einer schriftlichen Akzeptanz und Arbeitsplatzzusicherung, ein weiterführendes Engagement nach Ablauf des MHV-Beitrags gefordert.
Personenförderung für Post-Docs:
Das Programm Ambizione richtet sich an junge Forscher/-innen, die gerne ein selbstständig geplantes Projekt an einer schweizerischen Hochschule durchführen, verwalten und leiten möchten. Ambizione richtet sich primär an qualifizierte Forschende aus der Schweiz, die im Ausland sind oder nach einem Auslandaufenthalt bereits zurück sind. Die maximale Dauer der Finanzierung von Salär (Niveau wissenschaftliche Mitarbeitende) und Projektmitteln beträgt 3 Jahre. Eine Verlängerung um 1 Jahr ist in begründeten Fällen möglich.
SNF-Förderprofessuren:
Eine Förderungsprofessur erlaubt den Aufbau eines eigenen Teams zur Umsetzung eines Forschungsprojekts. Eine Förderungsprofessur ist in allen vom SNF unterstützten Disziplinen möglich. Sie umfasst das Salär des oder der Gesuchstellenden (Niveau einer Assistenzprofessur), einen Forschungsbeitrag (inkl. Mitarbeitende) und einen Beitrag zur Deckung der Infrastrukturkosten. Die Beitragsdauer beträgt 4 Jahre und kann um maximal 2 Jahre verlängert werden. Frauen sind besonders aufgefordert, sich zu bewerben. Teilzeitprofessuren und Ausnahmen beim akademischen Alter sind möglich.
5. Forschungsfonds in der Schweiz
Forschungsprojekte werden in der Schweiz von verschiedenen Fonds und Stiftungen unterstützt. Auch Nachwuchswissenschaftler/-innen können sich um Gelder bewerben. In der Regel muss ein Gesuch eingereicht werden, das von Experten des jeweiligen Forschungsfeldes begutachtet wird. Die Mittelvergabe erfolgt in der Regel kompetitiv. Nachwuchswissenschaftler/-innen sollten darauf achten, dass sie sich nur dann um Zuschüsse bewerben, wenn ihr Forschungsprojekt mit den publizierten Zweckbestimmung der Förderinstitutionen in Einklang stehen. Manche Stiftungen bieten eigene Bewerbungsformulare an.
Voraussetzung für jede Bewerbung ist die klare, präzise Darstellung des Forschungsprojekts (Thematik, Forschungsstand, Fragestellung, Hypothesen, Ziel, Methoden Forschungsrelevanz), Zeit- und Vorgehensplan, geplante Zusammenarbeiten/Auslandaufenthalte sowie detaillierte Angaben zum Budget. Es empfiehlt sich, ein geplantes Forschungs-/Dissertationsprojekt vorgängig mit dem betreuenden Professor zu besprechen.
5a. Projektförderung im Rahmen des Forschungskonzepts Sport und Bewegung 2008-2011
Das Forschungskonzept Sport und Bewegung fokussiert in der Periode 2008–2011 folgende fünf Themen: Allgemeine Sport- und Bewegungsförderung; Bildungseffekte durch Sport; Spitzensport; Sport, Wirtschaft und Nachhaltigkeit; Monitoring von Sport und Bewegung in der Schweiz. Jährlich werden Forschungsprojekte im Umfang von rund 2.2 Mio Franken unterstützt. Die Forschungsgelder werden nach materieller Vorbereitung der Entscheide durch das BASPO und die Arbeitsgruppe Forschung der Eidgenössischen Sportkommission formell durch die Eidgenössische Sportkommission (ESK) vergeben. Forscher/-innen können sich mittels eines Gesuchs, mit dem ein Beitrag zur Beantwortung einer ausgeschriebenen Forschungsfrage oder einer beliebigen sportwissenschaftlichen Thematik um Forschungsgelder bewerben. In der Periode von 2004 bis 2007 wurden rund 67% aller beantragten Projekte bewilligt.
5b. Projektförderung durch den Schweizerischen Nationalfonds
Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) ist die wichtigste Schweizer Institution zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Er fördert im Auftrag des Bundes alle Disziplinen, von Philosophie über Biologie bis zu Nanowissenschaften und Medizin. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) nimmt jeweils auf den 1. März und den 1. Oktober Gesuche zur Projektförderung in der freien Grundlagenforschung entgegen. Die Gesuche werden von den Forschenden selbst eingereicht. Teilnahmeberechtigt sind in der Schweiz tätige Forschende. Die Wahl des Forschungsthemas ist frei. Die Entscheide über Zusprache oder Ablehnung werden den Gesuchstellenden spätestens 6 Monate nach Ablauf der Eingabefrist mitgeteilt. Die Gesuche werden vom Forschungsrat des SNF, unter Einbezug externer, meist nicht in der Schweiz tätiger Experten, beurteilt. Zentrale Elemente der Beurteilung sind die wissenschaftliche Qualität, die Originalität und die Methodik des Projekts sowie die Qualifikationen der Gesuchstellenden. Die Zusprache der Beiträge erfolgt nach dem Wettbewerbsprinzip. Je nach Disziplin und Forschungsgegenstand werden die Gesuche von einer der drei Abteilungen oder einem Fachausschuss des Nationalen Forschungsrats evaluiert: Abteilung I: Geistes- und Sozialwissenschaften; Abteilung II: Mathematik, Natur und Ingenieurwissenschaften; Abteilung III: Biologie und Medizin. Mehr unter: www.snf.ch/D/foerderung/projekte/Seiten/default.aspx.
5c. Weitere Fonds- und Stiftungen
In der Schweiz existieren verschiedene Fonds- und Stiftungsverzeichnisse, in denen viele der nationalen Fördereinrichtungen aufgeführt sind. Beispielsweise enthält das Stiftungsverzeichnis des Eidgenössischen Departements des Innern EDI gemeinnützige Stiftungen, welche - aufgrund ihres gesamtschweizerischen oder internationalen Charakters - unter Bundesaufsicht stehen. Nicht aufgeführt sind Vorsorgestiftungen sowie Stiftungen, welche unter der Aufsicht der Kantone bzw. der Gemeinden stehen. Einige Universitäten führen eigene Fonds- und Stiftungsverzeichnisse, die über öffentliche und private Fördereinrichtungen im Umfeld der jeweiligen Universität Auskunft geben. An der Uni Basel ist dies der „Index Donationum“, an der Uni Bern die „Datenbank Stiftungen und Fonds“. Die Verzeichnisse können über das Intranet der Universitäten eingesehen werden: www.edi.admin.ch/esv/00475/00698/index.html?lang=de.
6. Publikationsmöglichkeiten von Dissertationen
Dissertationen können in grösseren und kleineren Fachverlagen gedruckt werden (z.B. Hofmann-Verlag). Ebenso existieren Verlage, die sich auf die Publikation von Dissertationen spezialisiert haben (z.B. Verlag Dr. Kovac). Hilfreiche Informationen zum Druck einer Dissertation finden sich unter http://doktorandenforum.de/fertig/druck.htm.
In der Schriftenreihe "Forum Sportwissenschaft" des "Vereins zur Förderung des sportwissenschaftlichen Nachwuchses", die innerhalb der "Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft" erscheint, werden überdurchschnittliche und originelle sportwissenschaftliche Qualifikationsarbeiten (Dissertationen, die mit magna cum laude oder mit summa cum laude bewertet wurden sowie Habilitationsschriften) aus dem Gesamtbereich der Sportwissenschaft veröffentlicht. Die Schriftenreihe versteht sich als Forum zur Förderung des sportwissenschaftlichen Nachwuchses in der Bundesrepublik Deutschland und bietet eine kostengünstige Publikationsmöglichkeit. Nachfolgend finden sich zwei Links mit Informationen zur Online-Publikation von Dissertationen: https://ssl.thesis.de/index.php?id=71, www.dissonline.de.
7. Nachwuchs- und Publikationspreise
Verschiedene deutschsprachige und internationale Organisationen sowie einige Fachverlage bieten Nachwuchs- und Publikationspreise an. Nachfolgend sind einige Beispiele aufgeführt.
SGS-Nachwuchspreis:
Zur Förderung des sportwissenschaftlichen Nachwuchses in der Schweiz vergibt die SGS im Rahmen der Jahrestagung den Nachwuchspreis der SGS. Prämiert werden die drei besten Forschungsarbeiten (Poster), deren Erstautorin oder Erstautor nicht älter als 35 Jahre ist und die/der an der Postersession persönlich teilnimmt.
dvs-Nachwuchspreis:
Der dvs-Nachwuchspreis richtet sich an Nachwuchswissenschaftler/innen, die sich in der Qualifikationsphase befinden und mit einem sportwissenschaftlichen Thema promovieren, habilitieren oder eine Juniorprofessur bekleiden. Die Bewerbung bezieht sich auf eigene, bis zum Bewerbungsschluss in der eingereichten Form unveröffentlichte Forschungsarbeiten. Der dvs-Nachwuchspreis wird in der Regel alle zwei Jahre im Rahmen des dvs-Hochschultags vergeben.
Publikationspreis Sportwissenschaftlicher Nachwuchs:
Für diesen Preis können sich junge Autoren und Autorinnen mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten bewerben, die im vorgegebenen Zeitfenster des Wettbewerbs in der Schriftenreihe „Forum Sportwissenschaft“ publiziert wurden bzw. zur Veröffentlichung angenommen worden sind.
Karl-Hofmann-Publikationspreis für Dissertationen:
Der Karl-Hofmann-Publikations-Preis für Dissertationen verfolgt das Ziel, vor allem wissenschaftlich hochwertige Arbeiten junger Wissenschaftler/-innen aus dem gesamten Bereich der Sportwissenschaft zu würdigen. Mit ihm ist ein Geldpreis und die Veröffentlichung der jeweils preisgekrönten Arbeit in der Schriftenreihe „Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport‘‘ verbunden. Arbeiten müssen in zweifacher Ausfertigung beim Hofmann-Verlag, Schorndorf, eingereicht werden.
asp-Karl-Feige-Preis:
Die Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) vergibt alle zwei Jahre den Karl-Feige Preis, mit dem hervorragende Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich Sportpsychologie gefördert werden sollen. Die Preisverleihung erfolgt auf der Grundlage der Dissertation, deren Fertigstellung nicht länger als zwei Jahre zurückliegen sollte.
asp-Studienpreis:
Die Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie vergibt einen Förderpreis für die besten Abschlussarbeiten von Studierenden. Bewerben können sich Studierende und Absolventen, die eine sehr gute Examens-, Magister- oder Diplomarbeit abgegeben haben, die sich mit einem Thema an der Schnittstelle von Sportpsychologie, Sport und Sportwissenschaft auseinandergesetzt hat.
ECSS Young Investigator Award:
Der ECSS Young Investigator Award richtet sich an junge ECSS Mitglieder aller sportwissenschaftlicher Teildisziplinen. Die Teilnehmenden stellen an der ECSS Jahrestagung einen Beitrag (Poster, Referat) vor. Die besten Referate werden von einer Jury prämiert.
AIESEP Young Investigator Awards:
Mit dem AIESEP Young Investigator Award werden junge Wissenschaftler/-innen im Bereich der Sportpädagogik für ihre bisherigen erbrachten Leistungen ausgezeichnet. Die Kandidaten/-innen bewerben sich schriftlich für den Award. Die Preisträgerinnen können kostenlos an dem folgenden AIESEP Kongress teilnehmen.
8. Nachwuchs-Workshops und Summer Schools
Einige sportwissenschaftliche Organisationen bieten im Vorfeld ihrer (Jahres-) Tagungen Workshops für Nachwuchswissenschaftler/-innen an (z.B. Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie). Ebenso bieten viele sportwissenschaftliche Organisationen im Rahmen von „Summer Schools“ jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre geplanten oder laufenden Projekte vorzustellen. Ein gutes Beispiel ist die „Copenhagen Summer School“, die in Zusammenarbeit mit der International Societies for Sport History (ISHPES), der International Sport Sociological Association (ISSA) und der European Association of Sport Psychology (FEPSAC) durchgeführt wird.
Auch im Bereich Methodik und Statistik finden alljährlich während den Sommermonaten Kurse statt. Empfehlenswert sind speziell die Swiss Summer School in Methods in the Social Sciences (Lugano; August) wie auch die Essex Summer School in Social Science Data Analysis and Collection.